Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
NABU: Steigende Temperaturen lassen Amphibien wandern Krötenzäune schützen wandernde Amphibien / Rücksicht im Straßenverkehr gebotenOldenburg, Oldenburger Land, d. 25.2.2025: Das Frühjahr kündigt sich an und mit ihm beginnt das Naturschauspiel der Amphibienwanderung. Mit den nun deutlich wärmeren Temperaturen erwachen gerade Molch und Co. aus ihrem Winterschlaf. „Wir hatten eine lange Kälteperiode, jedoch ist die Temperatur nun plötzlich deutlich gestiegen. Dies ist der Weckruf für viele Amphibien und deshalb rechnen wir mit einer regelrechten Völkerwanderung dieser Tiere“, sagt Mario Göwert, Leiter der NABU Regionalgeschäftsstelle in Oldenburg.
Achtsames Verhalten auf den Straßen entscheidend
Vielerorts wurden Amphibienzäune von Ehrenamtlichen des NABU und anderer Naturschutzorganisationen errichtet. Diese führen die Tiere in Auffangeimer, um sie darin dann sicher über die Straßen bringen zu können. „Dennoch ist es wichtig, vor allem nachts und in der Dämmerung vorsichtig zu fahren. In Bereichen mit Amphibien-Hinweisschildern sollte möglichst Schritttempo eingehalten werden, so können Verkehrsopfer am besten vermieden werden“, betont Göwert. Besonders gravierend wäre der Verlust von Weibchen: „Eine Laichschnur enthält bis zu 4.000 Eier. Jedes Weibchen, das überfahren wird, bedeutet den Ausfall einer ganzen Generation.“
Auch ehemals häufige Arten wie Erdkröte oder Grasfrosch sind in den letzten Jahren deutlich in ihren Beständen zurückgegangen. Gründe dafür sind die Trockenheit der letzten Jahre, die zu einem Mangel an Laichgewässern, aber auch zu Nahrungsmangel geführt haben. Auch Umweltgifte, die die Tiere in großen Mengen über die Haut aufnehmen, lassen die Bestände schrumpfen. „Um dies besser belegen zu können, sind wir auf Meldedaten angewiesen“, appelliert Göwert. „Die Anzahl der Tiere, die über mehrere Jahre an einem Amphibienzaun gezählt werden, liefern sehr gute Hinweise“, ergänzt er.
HerpetoMap - Verlässliche Daten für den Amphibienschutz
Personen mit Artenkenntnis können sich für einen Zugang zur „HerpetoMap“ bei Ralf Berkhan, Mitarbeiter beim NABU Landesverband Niedersachsen, bewerben. Die "HerpetoMap" ist ein von der Bingo-Umweltstiftung gefördertes Projekt des NABU Niedersachsen. Hier tragen ausschließlich qualifizierte Expertinnen und Experten ihre Beobachtungen ein, wodurch die Daten besonders verlässlich sind. Unter www.herpetomap.de können sich sowohl Behörden als auch die Öffentlichkeit über die Verbreitung von Amphibien und Reptilien in Niedersachsen informieren.
Doch auch ohne Expertenstatus kann jeder beitragen: Fotos von Amphibien- oder Reptilienfunden – mit genauer Standortangabe und Erlaubnis zur Veröffentlichung – sind willkommen. Die Einsendungen können per E-Mail an ralf.berkhan@NABU-Niedersachsen.de gesendet werden. Berkhan versichert: „Weder Name noch punktgenauer Standort werden der Öffentlichkeit bekannt gegeben.“
Aktuelles zur Amphibienwanderung: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/aktion-kroetenwanderung/saison2024.html
Artenporträts: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/artenportraets/
Öffentliche Rasterkarte der HerpetoMap: https://herpetomap.de/web/guest/auswertung
------------------------------------------------
Hinweise an die Redaktion
Für Rückfragen:
Mario Göwert, NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, mario.goewert@nabu-niedersachsen.de, Tel. 0441 25600
Hinweis zum Abdruck von NABU-Fotos:
Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land gestattet den einmaligen Abdruck der gesendeten Fotos im Kontext der besprochenen, NABU-bezogenen Berichterstattung. Voraussetzung ist die Nennung des Fotografen/der Fotografin wie mitgeteilt. Bei nicht autorisierter weiterer Verwendung bzw. bei besprochener Verwendung, jedoch ohne Nennung des Fotografen/der Fotografin, behält sich der NABU das Recht vor, ein der Veröffentlichung angemessenes Honorar nachzufordern. Der Weiterverkauf des gelieferten Bildmaterials an Dritte ist nicht gestattet.
Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Oldenburger Land e.V., Schlosswall 15, 26122 Oldenburg Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
|