Donnerstag, 3.4.2025
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NABU: Totholzhaufen, Holzstapel und Trockenmauer sind wertvolle ökologische Gartenelemente
Quartiere schaffen für Eidechse, Igel, Zaunkönig und Co.

Oldenburg, Oldenburger Land, d. 1.4.2025:
In naturnahen Gärten lassen sich mitunter Elemente zur Aufwertung einsetzen, die man dort normalerweise gar nicht vermuten würde. Dazu gehören Steine aus Abbruchhäusern, die beispielsweise zu so genannten Trockenmauern aufgeschichtet werden. Auch Holz ist ein ökologich wertvolles Material, aus dem unter anderem Totholzhaufen hergerichtet werden können.

Trockenmauer, Lebensraum mit Wärmespeicher
„Trockenmauern sind vielfältig und somit in vielerlei Hinsicht spannend“, erklärt Mario Göwert, Leiter der NABU Regionalgeschäftsstelle in Oldenburg: „Sie können die Sonne relativ lange speichern, so dass auch wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten hier gut gedeihen. Die Steine sollten nicht zu dicht aufeinander gesetzt und auf gar keinen Fall vermörtelt oder zementiert werden. Das ist wichtig, damit genügend Hohlräume und Spalten entstehen. In einige der Ritzen kann Schotter, Sand und nährstoffarmer Boden gefüllt werden, damit auch Pflanzen gedeihen können, die auf trockenen und nährstoffarmen Böden wachsen. Oftmals kehren schon nach relativ kurzer Zeit die ersten Tiere in den offenen Bereichen ein. Dazu gehören Spinnen und Insekten, aber vor allem auch Amphibien wie Molche, Kröten und Frösche, die dort Schutz vor Hitze und Kälte suchen. Auch Ringelnattern, aber vor allem Zauneidechsen finden hier einen hervorragenden Unterschlupf! Das Leben in und an der Trockenmauer ist in jedem Fall vielfältiger als man denkt“, so Mario Göwert.
Die Wärmeabstrahlung der Trockenmauer kommt vor allem im Frühjahr und Herbst vielen Pflanzen zugute und kann die Blütezeit verlängern. So manches Insekt „tankt hier Wärme“, um dann weiter zu fliegen oder zu kriechen. „Die enorme Backofenwirkung der Trockenmauer kennt jeder, der schon einmal eine so genannte Kräuterspirale gebaut hat, die schneckenförmig viele mediterrane Kräuter beherbergt, die die wohlige Wärme zu schätzen wissen“, ergänzt Göwert. Trockenmauern sind auch für Säugetiere wie Spitzmäuse und Igel sowie für viele Vogelarten ein Ort der Nahrungssuche, denn hier ist der Tisch reich gedeckt. Besonders interessant sind die unteren, bodennahen und feuchten Mauerritzen, in denen sie Spinnen und Schnecken finden.

Totholzhaufen als Refugium
Wer nicht Steine, sondern Holz stapeln möchte, kann auch mit diesem Material einen wichtigen Lebensraum für einen naturnahen Garten schaffen: Stämme und Scheite, ebenfalls lückenhaft übereinander gestapelt, bieten zahlreichen Insekten-, Spinnen- und Schneckenarten Unterschlupf, manchmal auch Überwinterungs- und Entwicklungsräume. Sind die Hohlräume groß genug, können sie manchmal sogar Vogelbruten beherbergen: Dann bauen Rotkehlchen, Zaunkönig, manchmal auch Grauschnäpper oder, wenn der Holzstapel hoch genug ist, Bachstelzen ihre Nester darin. Ideal ist es, wenn zumindest ein Teil des Holzhaufens mit höherer Vegetation bewachsen ist, so dass die Vögel geschützt anfliegen können. „Und natürlich ist Totholz immer auch für Insekten interessant“, ergänzt Mario Göwert, „denn wo Käfer ihre Gänge bohren können, folgt vielleicht bald die Wildbiene als Mieterin!“.

Für alle, die ihren Garten naturnah gestalten und damit wildlebende Tiere und Pflanzen zum Erhalt der Artenvielfalt „einladen“ möchten, hält die NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land ein Informationspaket bereit. Es besteht aus der Broschüre „Gartenlust“, die auch eine Anleitung zum Bau einer Trockenmauer enthält, und der Broschüre „Vögel im Garten“. Das Paket kann gegen Einsendung von Briefmarken im Wert von 8 Euro bei der NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Stichwort „Gartenlust“, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, angefordert werden.

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Für Rückfragen:
Mario Göwert, NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, mario.goewert@nabu-niedersachsen.de, Tel. 0441 25600


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Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Oldenburger Land e.V., Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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